Juli 2026

 
Beobachtungstermine im Juli 2026 (bei klarem Wetter)  
Beobachtungsabende keine Beobachtungsabende im Juli  
Sonnenbeobachtung keine Beobachtungstermine im Juli  
Das gesamte Halbjahresprogramm finden sie hier zum download

Sternenhimmel Juli 2026

Dynamische Sonne als Beobachtungsobjekt  

Im Monat nach der Sommersonnenwende verkürzt sich die Zeit des lichten Tages um etwa eine Stunde, da sich die Sonne für uns auf dem absteigenden Teil der Ekliptik bewegt. Zudem befindet sich die Erde auf ihrer elliptischen Jahresbahn am Monatsanfang im Bereich der größten Sonnenentfernung, dem sogenannten Aphel in fast 152,1 Millionen km Abstand. Das sind etwa 5 Millionen km mehr als im Perihel Anfang Januar, was sich allerdings kaum auf die Intensität der Sonneneinstrahlung auswirkt. Am 21. Juli wechselt die Sonne aus dem Tierkreissternbild Zwillinge in das Tierkreissternbild Krebs. Noch bis zur Monatsmitte lässt sich in Richtung Nordhorizont auch um Mitternacht eine schwache Aufhellung wahrnehmen, da sich die Sonne nicht ausreichend tief unter dem Nordhorizont befindet und dadurch die sogenannten „Weißen oder auch Hellen Nächte“ entstehen. In diesen kurzen Sommernächten lässt sich hin und wieder über dem Nordhorizont das Phänomen der recht auffälligen „Leuchtenden Nachtwolken“ beobachten. Sie erscheinen in Form von blau-weißen, auffällig metallisch wirkenden wolkenartigen Strukturen. Sie entstehen, weil Eiswolken, die sich in etwa 80 km Höhe in der Stratosphäre befinden, von der unter dem Horizont stehenden Sonne angestrahlt werden. Unsere Sonne selbst zeigt weiterhin eine erhöhte Aktivität im zurzeit laufenden, etwa elf Jahre umfassenden 25. Sonnenfleckenzyklus. Dies zeigt sich beispielsweise in nur langsam abnehmenden Sonnenfleckenzahlen, vermehrten Protuberanzen und dunklen Filamenten sowie energiereichen Flareausbrüchen auf und neben der Sonnenscheibe. Dabei kann es auch weiterhin zu überraschend in Mitteleuropa sichtbaren Polarlicht-Erscheinungen kommen. Wie hochdynamisch die Vorgänge in den Bereichen mit sehr geringen Dichten auf und über der Photosphäre der Sonne sind, die zu den oben beschriebenen Erscheinungen führen, zeigen Aufnahmen zweier Sonnensonden. Die Parker Solar Probe nähert sich der Sonne für hochauflösende Detailaufnahmen bis auf 6,16 Mio. km, der Solar Orbiter verbleibt mit 43 Mio. km, noch innerhalb der Bahn des Planeten Merkur, in gebührendem Abstand für Übersichtsaufnahmen von Sonne und ihrer weiteren Umgebung.

1. Nasa-Montage einer echten Sonnenaufnahme der Parker Solar Probe-Sonde mit der Sonde im Vordergrund. Quellenangabe: NASA/Johns Hopkins APL/Steve Gribben, zu finden im Web unter:
https://www.heise.de/news/Rendezvous-mit-der-Sonne -Parker-Solar-Probe-ist-heil-und-hat-Daten-gesammelt-10224554.html

2. Vollständige und bisher hochauflösendste Sonnenaufnahme des Solar-Orbiters der ESA. Quellenangabe: ESA & NASA/Solar Orbiter/EUI-Team, E. Kraaikamp (ROB), zu finden im Web unter: 
https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Solar_Orbiter 

Noch zwei passende Youtube-Videos von APOD, die den Sonnenwind und durch das Sichtfeld des Orbiters ziehende Planeten im Hintergrund zeigen. Die Videos lassen sich problemlos in die Webseite einbinden, wobei die dafür jeweils nötigen Quelltexte auf den Video-Seiten unter "Teilen" zu finden sind.
Die Webadressen dazu:

Video 1: https://www.youtube.com/shorts/YW1yQt3K_YY

Video 2: https://www.youtube.com/watch?v=x-wX-wClfig
 

Gleich zu Monatsbeginn erhellt der noch fast volle Mond die kürzesten Sommernächte in diesem Jahr. In der Morgendämmerung des 8. Juli kann man den abnehmenden Halbmond weit nördlich vom wieder auffälligen Ringplaneten Saturn auffinden. Dazu gesellt sich dicht über dem Nordosthorizont Mars, über dem man jetzt auch wieder das „Siebengestirn“ erblicken kann. Zwischen diesen wandert die abnehmende Mondsichel dann am Morgen des 11. Juli hindurch. Am Abend des 17. Juli bilden zunehmende Mondsichel und strahlende Venus wieder einmal einen attraktiven Blickfang. In der zweiten Monatshälfte bewegt sich der zunehmende Mond aus den nördlichsten Regionen seiner Bahn bis in die südlichsten im Tierkreissternbild Schütze, in dem er am 29. Juli als Vollmond zu bestaunen ist.

Der sonnennahe Planet Merkur sowie der Riesenplanet Jupiter werden in diesem Monat von der Sonne überstrahlt; letzterer kann vielleicht noch in den ersten Tagen des Monats in der Abenddämmerung erspäht werden. Von der Planetenkette im Juni strahlt am Abendhimmel über dem Westhorizont weiterhin unser innerer Nachbarplanet Venus, der im Teleskop zunehmend größer erscheint, uns aber nur noch seine zu zwei Dritteln beleuchtete Scheibe zuwendet. Venus wandert am 8. Juli nördlich am Löwenhauptstern Regulus vorbei. Der äußere Nachbarplanet Mars dagegen kann nun unter guten Beobachtungsbedingungen in der Morgendämmerung über dem Osthorizont gesehen werden. So lässt sich auch der dichte Vorübergang am sehr viel lichtschwächeren Planeten Uranus am 4. Juli schon mit einem Fernglas verfolgen. Saturn mit seinem immer noch sehr schmalen Ringsystem ist im Osten  vor der Morgendämmerung wieder ein zunehmend attraktives Beobachtungsobjekt. Die Ringe und die Umlaufbewegungen von dessen Monden können in Fernrohren beobachtet werden.

Der Sternhimmel zeigt in der Westhälfte Reste der Frühlingssternbilder mit dem auffallend hellen, orangefarbenen Arktur im Sternbild Bootes. In guter Beobachtungsposition am Südhimmel dominieren die Sommersternbilder. Dazu zählen der Herkules, Schlangenträger und Kopf sowie Schwanz der Schlange mit ihren zahlreichen attraktiven Kugelsternhaufen. Am bekanntesten sind die Sternbilder Leier, Schwan und Adler, deren hellste Sterne das sogenannte Sommerdreieck bilden mit der blauen Wega in 25 Lichtjahren Entfernung, mit Deneb, dem blauen Überriesen als Schwanzstern im Schwan in 1000 Lichtjahren und dem beinahe Nachbarstern Atair im Adler in 17 Lichtjahren Abstand. Die auffällige Sommermilchstraße mit all ihren attraktiven Objekten: Gas- und staubreichen Dunkelnebeln, hellen Sternwolken, offenen und Kugelsternhaufen durchzieht diese Sternbilder. Ihre Beobachtung mit Teleskopen, Ferngläsern und dem bloßem Auge lohnen sich natürlich in mondfreien Nächten am ehesten.Dazu sind dicht über dem Südhorizont die Tierkreissternbilder Skorpion mit dem Roten Überriesenstern Antares, Schütze und Steinbock gut zu sehen. Am Osthimmel zeigen sich schon die Herbststernbilder mit dem bekannten „Pegasusviereck“ und Andromeda mit der Galaxie M33.

Veranstaltungen in den Räumen der Volkssternwarte:

Nach den Sommerferien beginnt die Volkssternwarte ihr Beobachtungsprogramm der zweiten Jahreshälfte am Mittwoch, 12. August.  Vor Sonnenuntergang ist dann eine Sonnenfinsternis und nachts der Sternschnuppenschwarm der Perseiden zu bestaunen.