Riesenplanet Jupiter und Venus am Abendhimmel
Der März gilt statistisch für die Meteorologen als erster Frühlingsmonat des Jahres 2026. Im Monatsverlauf nimmt die Zeit des lichten Tages um fast zwei Stunden zu, da die Sonne auf ihrer Jahresbahn weiterhin nach Norden strebt und dabei am 12. März aus dem Tierkreissternbild Wassermann in das Tierkreissternbild Fische wechselt. Am 20. März um15.46 Uhr erreicht unser Tagesgestirn den Frühlingspunkt, womit die Frühlings-Tagundnachtgleiche eintritt. Die Sonne bewegt sich danach in den nördlich vom Himmelsäquator liegenden Bereichen bis zur Herbst-Tagundnachtgleiche. Am Sonntag, dem 29. März wird wieder einmal um 2 Uhr die Zeit auf 3 Uhr vorgestellt, wodurch der Tag ausnahmsweise nur 23 Stunden andauert. Danach gilt bis zum Sonntag, dem 25. Oktober die MESZ. Das bedeutet: abends länger hell, morgens späterer Sonnenaufgang. Die Sonnenoberfläche selbst zeigt momentan wechselnde Aktivitäten im zurzeit laufenden, etwa elf Jahre umfassenden 25. Sonnenfleckenzyklus.
Am 3. März geht der Vollmond durch den Kernschatten der Erde. Leider findet diese totale Mondfinsternis statt, bevor der Mond in Mitteleuropa aufgeht. Einen Tag nach Neumond am 19. März lässt sich bei besten Sichtbarkeitsbedingungen um 19.30 Uhr dicht über dem Südwesthorizont eine extrem schmale zunehmende Mondsichel erspähen. Darunter kann man am Abendhimmel noch horizontnäher Venus erblicken. Schließlich zieht in der Nacht vom 26. auf den 27. März der zunehmende Mond nördlich von Jupiter zwischen diesem und dem Zwillingshauptstern Pollux hindurch und bedeckt am Abend des 29. März als heller zunehmender Mond den hellsten Stern des Sternbilds Löwe ab 20.25 Uhr MESZ.
Am Samstag, 28. März ist der von der VdS bundesweit beworbene Astronomietag 2026. Im Mittelpunkt der von beteiligten Sternwarten, auch der Volkssternwarte Marburg vorgestellten Beobachtungsobjekte, natürlich nur bei klarem Himmel, steht der zunehmende Mond mit dem gut sichtbaren „Goldenen Henkel“, Dabei handelt es sich um das bis zu 6000 m von der aufgehenden Sonne bestrahlte Jura-Gebirge über der noch dunklen Ebene Sinus Iridium. Als weitere attraktive Himmelskörper steht zum einen der „Abendstern“, die zunehmend auch schon in der hellen Dämmerung auffälliger erscheinende Venus mit ihrer relativ kleinen, aber noch fast voll bestrahlten Planetenscheibe im Westen. Zum anderen findet man den hoch in Südrichtung, damit in bester Beobachtungsposition stehenden Riesenplaneten Jupiter mit den vier Galileischen Monden..
Unser äußerer roter Nachbarplanet Mars, der Ringplanet Saturn sowie der sonnennahe Planet Merkur bleiben für das bloße Auge im Monatsverlauf unsichtbar. Dagegen kann der innere Nachbarplanet Venus in der Abenddämmerung als zunehmend auffälligeres Objekt gesehen werden, das im Teleskop als kleine, voll beleuchtete Planetenscheibe erscheint.
Venus wird uns bis zum Sommer als beeindruckender „Abendstern“ begleiten. Am 8. März zieht sie nördlich am nur mit einem lichtstarken Fernglas wahrnehmbaren Saturn vorbei. Der Riesenplanet Jupiter ist das strahlende Objekt, das schon ab der Abenddämmerung hoch im Südosten sichtbar ist und dann bis zwei Stunden vor der Morgendämmerung beobachtet werden kann. In guten Ferngläsern und kleinen Teleskopen sind in seiner Atmosphäre helle Zonen und dunkle Bänder auszumachen. In größeren Beobachtungsgeräten lassen sich Wirbelstrukturen, größer als die Erde, erkennen. Auch schon in Ferngläsern lassen sich seine vier großen Monde und deren Umläufe um Jupiter verfolgen, wobei es zu Durchgängen der Mondscheiben und ihrer -schatten vor und zu Bedeckungen bzw. Verfinsterungen hinter der Planetenscheibe kommt. Der ferne Gasplanet Uranus kann weiterhin unter besten Sichtbarkeitsbedingungen mit bloßem Auge im Sternbild Stier unterhalb des „Siebengestirns“ erspäht werden.
Der Sternhimmel zeigt nach dem Einsetzen der Dunkelheit in guter Beobachtungsposition das auffällige Sternenband der Wintermilchstraße. Der Südwesthimmel wird durch die Wintersternbilder mit ihren zahlreichen hellen Sternen, deren Farben mit bloßem Auge erkennbar sind und damit auch ihre Oberflächentemperaturen zugeordnet werden können (orangerot: 3000 – 4000°C; gelb: 5000 – 7000°C und blau/weiß bei höheren Temperaturen). Im bekannten Sternbild Orion lässt sich in Teleskopen der Orionnebel bewundern, eine 1400 Lichtjahre entfernte Sternentstehungsregion. Hunderte von jungen Sternen haben sich hier schon aus den chaotisch erscheinenden Strukturen der übriggebliebenen Molekülwolke, aus der in Zukunft noch Hunderte weiterer Sterne entstehen werden, gebildet. Am Osthimmel sind erste Frühlingssternbilder wie der Löwe mit seinem Hauptstern Regulus zu bestaunen, dazu ist horizontnah der orangefarbene Arktur im Sternbild Bootes sehr auffällig. Sie bilden mit Spica im Sternbild Jungfrau das sogenannte Frühlingsdreieck. Während die Region um die Milchstraße offene Sternhaufen und fantastische Gas- und Staubwolken als eindrucksvolle Beobachtungsobjekte aufweist, verbessern sich nun die Möglichkeiten zur Beobachtung von Galaxien des Virgo-Galaxienhaufens, dessen Zentrum in fast 60 Millionen Lichtjahren Entfernung auch noch Andromedanebel und Milchstraße durch seine gewaltige Anziehungskraft beeinflusst, Denn in dieser Himmelsregion schaut man ungestört an der Milchstraße vorbei in die Tiefen des Universums.