Riesenplanet Jupiter in Opposition
Im ersten Monat des Jahres 2026 nimmt die Zeit des lichten Tages um etwa eine Stunde zu, da die Sonne aus den südlichsten Bereichen ihrer Jahresbahn nun in das Sternbild Steinbock am 20. Januar wechselt. Die Erde erreicht auf ihrer leicht elliptischen Umlaufbahn um die Sonne gleich zu Jahresbeginn am 3. Januar ihren sonnennächsten Punkt, ihrem Perihel, wobei beide Himmelskörper 147,1 Millionen km voneinander trennen. Dies sind beinahe 5 Millionen km weniger als im Aphel Anfang Juli. Da die Erde deshalb im Winterhalbjahr etwas schneller läuft, ist diese Zeit in der Nordhemisphäre unserer Erde etwa fünf Tage kürzer als der Sommer. Diese unterschiedliche Umlaufsgeschwindigkeit ist auch für die auffällige Verlängerung des lichten Abends in diesem Monat verantwortlich. Dieser Effekt ist als Zeitgleichung benannt. Unsere Sonne selbst zeigt weiterhin noch immer eine erhöhte Aktivität im zurzeit laufenden, etwa elf Jahre umfassenden 25. Sonnenfleckenzyklus, was sich beispielsweise in hohen Sonnenfleckenzahlen, vermehrten Protuberanzen und Filamenten sowie energiereichen Flare-Erscheinungen zeigt.
Der Vollmond wandert in der Nacht vom 3. zum 4. Januar zwischen dem Riesenplaneten Jupiter und den beiden hellen Sternen Castor und Pollux im Tierkreissternbild Zwillinge hindurch. Am Morgen des letzten Tages in diesem Monat findet man den fast vollen Mond schon wieder nördlich von Jupiter. Zwischenzeitlich steht der zunehmende Halbmond am Abend des 23. Januar nördlich vom Ringplaneten Saturn.
Am Abend des 27. Januar wandert der zunehmende Halbmond ab 22 Uhr über den nördlichen Teil des Sternhaufens der Plejaden = „Siebengestirn“ hinweg und bedeckt dabei nacheinander mehrere seiner Sterne, eine der Grundlagen für die Entstehung des Märchens vom Wolf und den sieben jungen Geißlein.
Merkur, Venus und Mars bleiben im Monatsverlauf unsichtbar, da sie für uns maximal entfernt in Bereichen hinter der Sonne stehen (obere Konjunktionen). Dagegen ist der Riesenplanet Jupiter das strahlende Objekt, das schon in der Abenddämmerung im Nordosten über dem Horizont auftaucht und dann bis zur Morgendämmerung beobachtet werden kann, denn er steht am 10. Januar in seiner Oppositionsstellung der Sonne gegenüber und damit in Erdnähe. In guten Ferngläsern und kleinen Teleskopen sind in seiner Atmosphäre helle Zonen und dunkle Bänder auszumachen. In größeren Beobachtungsgeräten lassen sich Wirbelstrukturen, größer als die Erde, erkennen. Innerhalb von einer Stunde können Bewegungen dieser Details erfasst werden, die auf eine sehr hohe Rotationsgeschwindigkeit des Riesenplaneten schließen lassen. Auch schon in Ferngläsern lassen sich seine vier großen Monde und deren Umläufe um Jupiter verfolgen, wobei es zu Durchgängen der Mondscheiben und ihrer -schatten vor und zu Bedeckungen bzw. Verfinsterungen hinter der Planetenscheibe kommen kann. Am 7. und 9. Januar bedeckt der innerste Mond Io bei Durchgängen abends als helle Scheibe
seinen eigenen dunklen Schatten vor Jupiter. Der Riesenplanet selbst bewegt sich in den Tagen nach seiner Opposition rückläufig in geringem Abstand an Wasat, einem helleren Stern in dem Tierkreissternbild Zwillinge vorbei. Saturn mit seinem immer noch sehr schmalen Ringsystem ist nach dem Einsetzen der Dunkelheit ein weiteres herausragendes Beobachtungsobjekt. Dabei sind zurzeit die helleren Monde wie Titan und Rhea auch in Saturnnähe gut sichtbar, wobei noch Bedeckungen durch und Durchgänge vor der Planetenscheibe zu beobachten sind. In der Nähe des Ringplaneten lässt sich mit Neptun der letzte der Planeten mit Teleskopen als winziges bläuliches Scheibchen unterhalb des Frühlingspunktes aufspüren. Hingewiesen werden soll zudem auf den leichter auffindbaren kleineren Gasplaneten Uranus, der unter besten Sichtbarkeitsbedingungen mit bloßem Auge im Sternbild Stier unterhalb des offenen Sternhaufens der Plejaden erspäht werden kann.
Das Maximum des Meteorstroms der Quadrantiden wird am 3. Januar 2026 erreicht, wobei die Sternschnuppen aus dem Nordteil des Sternbild Bootes zu kommen scheinen, wird erheblich durch den überstrahlenden Vollmond gestört.
Der Sternhimmel zeigt nach dem Einsetzen der Dunkelheit in noch guter Beobachtungsposition in Nordwestrichtung das „Sommerdreieck“ aus den hellen Sternen Wega, Hauptstern im Sternbild Leier, und den jeweiligen Schwanzsternen Deneb im Schwan und Atair im Sternbild Adler in und nahe dem auffälligen Sternenband der Sommermilchstraße. Der Südwesthimmel zeigt mit dem „Herbstviereck“ aus Sternen der Sternbilder Pegasus und Andromeda typische Herbststernbilder, unter denen man den Planeten Saturn auffinden kann. Auf den Andromedanebel M 31 mit den beiden leicht auffindbaren Begleitgalaxien sei hier nur der Vollständigkeit halber hingewiesen. Der Osthimmel wird schon durch die ersten Wintersternbilder mit ihren zahlreichen hellen Sternen, deren Farben mit bloßem Auge erkennbar sind und damit auch ihre Oberflächentemperaturen zugeordnet werden können (orangerot: 3000 – 4000°C; gelb: 5000 – 7000°C und blau bei höheren Temperaturen. Im bekannten Sternbild Orion lässt sich in Teleskopen der Orionnebel, eine 1400 Lichtjahre entfernte Sternentstehungsregion mit Hunderten von erst kürzlich (astronomisch betrachtet!) entstandenen Sternen und dem chaotisch erscheinenden Strukturen der übriggebliebenen Molekülwolke, aus der in Zukunft noch Hunderte weiterer Sterne entstehen werden. Bis zur Morgendämmerung sind dann sowohl Frühlings- als auch die nördlichsten der Sommersternbilder, nun am Osthimmel, wieder zu bestaunen.