Sternenhimmel Oktober 2026
Ringplanet Saturn in bester Beobachtungsposition
Im ersten vollständigen Monat des Winterhalbjahres verkürzt sich die Zeit des lichten Tages um zwei auf ungefähr 9,5 Stunden mit besonders kurzen Dämmerungsphasen. Der Anblick des Sternenhimmels bei Eintritt der Dunkelheit ändert sich bis Jahresende nur unwesentlich, da die Sonne stetig früher untergeht und sich bis zum Monatsende im Tierkreissternbild Jungfrau bewegt. Ein regelmäßiger Vergleich einer exakt ausgerichteten Sonnenuhr mit Zeitfunkuhren zeigt, dass die Sonne Ende des Monats mehr als eine Viertelstunde früher unter dem Horizont verschwindet; das Phänomen ist als Zeitgleichung bekannt und bezieht sich auf unsere mittlere Zeitmessung. Diese Tatsache verstärkt den Eindruck, dass die Tage im Herbst besonders schnell kürzer werden.
Am Sonntag, dem 25.Oktober, hat der Tag wieder einmal 25 Stunden, da an diesem Datum die Uhren am frühen Morgen von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt werden und die „verlorene“ Stunde vom März „zurückgewonnen“ wird. Aus der Sommerzeit MESZ wird damit wieder die „normale“ MEZ.
Die Sonne läuft im etwa elfjährigen Aktivitätszyklus auf das Minimum zu und zeigt eine mittlere Aktivität mit mäßigen Sonnenfleckenzahlen und Protuberanzen auf und über ihrer Oberfläche.
Am Morgenhimmel des 5. Oktober findet man die abnehmende Mondsichel nahe bei Mars, am nächsten Morgen dann beim Riesenplaneten Jupiter über dem Osthorizont. Schließlich steht die sehr schmale abnehmende Sichel mit dem erkennbaren Erdschein auf der nicht beleuchteten Mondoberfläche am Morgen des 9. Oktober gegen 6:30 Uhr letztmals vor Neumond über dem Osthorizont. Am Abend des 14. Oktober kann man dann die zunehmende Mondsichel gegen 19 Uhr erstmals wieder über dem Südwesthorizont bestaunt werden. In der langen Nacht vom 24. auf den 25. Oktober wandert der fast volle Mond nördlich am Ringplaneten Saturn vorbei. Schließlich bedeckt der noch fast volle Mond am 28. Oktober ab ein Uhr einige Sterne des „Siebengestirns“.
Als Extra gibt es diesmal ein kleines Video zur Bedeckung der Plejaden durch den Mond. Dieses ist mit Stellarium (frei verwendbar) erstellt und in Premiere mit ebenfalls frei verwendbarer Adobe-Musik hinterlegt.
Merkur und Venus bleiben im Monatsverlauf unsichtbar. Dagegen bleibt unser äußerer Nachbarplanet Mars in diesem Monat weiterhin als roter Planet am Morgenhimmel sichtbar, der sich im ersten Monatsdrittel allmählich dem Sternhaufen M44, der „Praesepe = Krippe“, nähert und anschließend auf Regulus, Hauptstern im Tierkreissternbild Löwe zustrebt. Vor Beginn der Morgendämmerung ist dann der Riesenplanet Jupiter das auffälligste Objekt, das über dem Osthorizont zunehmend früher auftaucht. Teleskopisch sind in seiner Atmosphäre helle Zonen und dunkle Bänder auszumachen. Dagegen.lassen sich auch schon in Ferngläsern die vier großen Monde und deren Umläufe um Jupiter verfolgen, wobei es zu Durchgängen der Mondscheiben und ihrer -schatten vor und zu Bedeckungen bzw. Verfinsterungen hinter der Planetenscheibe kommen kann. Zurzeit schauen wir auf die Kante des Systems der Jupitermonde, wodurch es zudem zu gegenseitigen Bedeckungen und Verfinsterungen der Monde kommt. Diese Ereignisse sind nur alle sechs Jahre zu beobachten.
Saturn mit seinem noch immer recht wenig geöffneten Ringsystem ist nach dem Einsetzen der Dunkelheit das herausragende Beobachtungsobjekt, denn er steht in seiner Oppositionsstellung zur Sonne im Sternbild Walfisch. Seine faszinierenden Ringe und mehrere seiner helleren Monde wie Titan sind jetzt besonders gut sichtbar, zudem ist er heller als im letzten Jahr. Da sich die Öffnung des Ringsystems, auf dessen Südseite wir noch mehr als ein Jahrzehnt blicken werden, noch fünf Jahre weiter vergrößert und sich zudem Saturn seiner sonnennächsten Position nähert, wird dessen Helligkeit langsam zunehmen. Hingewiesen wird in diesem Monat auf den dritten, allerdings erheblich kleineren Gasplaneten Uranus, der unter besten Sichtbarkeitsbedingungen mit bloßem Auge im Sternbild Stier unterhalb des offenen Sternhaufens der Plejaden im „Goldenen Tor der Ekliptik“ erspäht werden kann.
Der Sternhimmel zeigt in noch bester Beobachtungsposition vom Zenit in Südwestrichtung das „Sommerdreieck“ aus den hellen Sternen Wega, Deneb und Atair in und nahe dem auffälligen Sternenband der Sommermilchstraße, wobei das Zentrum im Tierkreissternbild Schütze dicht am Horizont liegt. Der Osthimmel zeigt mit dem „Herbstviereck“ aus Sternen der Sternbilder Pegasus und Andromeda typische Herbststernbilder, unter dem sich Saturn befindet. Über dem Südhorizont ist der Hauptstern Fomalhaut des Sternbilds Südlicher Fisch ein selten sichtbarer auffälliger Stern. Der östliche Stern der Andromedakette, Alamak, ist ein interessanter “Doppelstern“ in etwa 370 Lichtjahren Entfernung. Die hellere Komponente erscheint orange, die schwächere dagegen blauweiß. Auf den Andromedanebel M 31 mit den beiden leicht auffindbaren Begleitgalaxien sei hier nur der Vollständigkeit halber hingewiesen.